Plätzchen mit wenig Zucker: leichter backen, 2 Rezepte
Plätzchen mit wenig Zucker gelingen am sichersten mit Mürbeteig und Haferteig: Dort lässt sich der Zucker um etwa ein Drittel kürzen, ohne dass Form und Biss leiden. Süße holst du dir zusätzlich über Aromen wie Vanille, Zimt und Zitronenschale oder über ungesüßtes Apfelmark. Unten findest du zwei eigene Rezepte mit genauen Mengen, eine Schätzung der Kalorien je Stück und die Sorten, bei denen du den Zucker besser nicht kürzt.
Wie viel Zucker kann man weglassen?
Die Verbraucherzentrale schreibt, dass sich Zucker bei den meisten Rezepten um bis zu einem Drittel reduzieren lässt, ohne dass das Ergebnis spürbar leidet. Das deckt sich mit dem, was beim Backen passiert: Im Mürbeteig sorgt vor allem die Butter für Zartheit, der Zucker ist Geschmack und ein Teil der Bräunung. Nimmst du ein Drittel weg, schmeckt das Plätzchen weniger süß, hält aber zusammen.
Anders ist es bei Teigen, die vom Zucker leben. Makronen, Baiser und Zimtsterne bekommen ihre Struktur aus aufgeschlagenem Eiweiß und Zucker. Dort wird das Gebäck mit deutlich weniger Zucker flach oder klebrig. Bei diesen Sorten backst du lieber kleinere Stücke als eine magere Rezeptur.
| Teig | Zucker kürzen? | Was du beachten solltest |
|---|---|---|
| Mürbeteig zum Ausstechen | gut, etwa ein Drittel | Teig ist etwas trockener, ein bis zwei Esslöffel Milch helfen |
| Haferflocken-Taler | gut, etwa die Hälfte | Apfelmark bindet und bringt Fruchtsüße |
| Spritzgebäck | etwas, etwa ein Viertel | zu wenig Zucker macht den Teig zäh beim Spritzen |
| Makronen, Baiser, Zimtsterne | kaum | Zucker trägt die Eiweißmasse, lieber klein backen |
| Lebkuchen mit Honig | kaum | Honig ist hier Zucker und Feuchtigkeit zugleich |
Fünf Stellschrauben für leichter gebackene Plätzchen
1. Aroma statt Süße
Ein Teig mit Vanille, abgeriebener Zitronen- oder Orangenschale und einer Prise Salz schmeckt runder, als er süß ist. Das fällt vor allem bei Butterplätzchen auf, die sonst nach „nur Zucker“ schmecken. Wenn Kinder mitessen, nimm für viel Zimt lieber Ceylon-Zimt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät, bei häufigem Gebrauch zu diesem cumarinarmen Zimt zu greifen.
2. Ein Teil Mehl durch Haferflocken oder Nüsse
Die Verbraucherzentrale nennt gemahlene Nüsse, Haferflocken und Grieß als möglichen Teilersatz für Mehl. Haferflocken bringen Biss und machen satt. Nüsse bringen viel Geschmack, aber auch viel Fett, das hebt die Kalorien wieder an. Für leichtere Plätzchen sind Haferflocken daher die bessere Wahl.
3. Fruchtsüße aus Apfelmark
Ungesüßtes Apfelmark ersetzt einen Teil von Butter und Zucker und hält Taler weich. Es enthält selbst Zucker aus der Frucht, deshalb rechnen wir es in den Zuckervergleich unten mit ein. Trockenfrüchte wie Rosinen sind dagegen sehr zuckerreich und machen den Vorteil schnell zunichte.
4. Honig und Sirup sind kein Trick
Honig oder Ahornsirup klingen leichter, sind aber ebenfalls Zucker. Die Verbraucherzentrale gibt als Tausch 80 Milliliter flüssige Süße für 100 Gramm Zucker an und weist darauf hin, dass dann die Flüssigkeit im Rezept angepasst werden muss. Wer Zucker sparen will, kürzt also die Menge, statt nur die Sorte zu wechseln.
5. Kleiner ausstechen
Die einfachste Stellschraube: Ein Ausstecher mit vier statt sechs Zentimetern halbiert ungefähr die Menge Teig je Plätzchen. Die Dose ist trotzdem voll, und jeder nimmt sich eins mehr, ohne dass es auffällt.
Rezept 1: Leichtere Butterplätzchen zum Ausstechen
Ein klassischer Ausstechteig nach dem Verhältnis drei Teile Mehl, zwei Teile Butter, ein Teil Zucker. In unserer leichteren Fassung sind Butter und Zucker gekürzt, ein Schluck Milch hält den Teig geschmeidig. Ergibt etwa 60 Plätzchen von fünf Zentimetern.
| Zutat | Grundrezept | Leichter gebacken |
|---|---|---|
| Weizenmehl Type 405 | 300 g | 300 g |
| Butter, kalt | 200 g | 150 g |
| Zucker | 100 g | 65 g |
| Ei | 1 (Größe M) | 1 (Größe M) |
| Milch | – | 2 EL (30 ml) |
| Salz, Vanille, Zitronenschale | nach Belieben | 1 Prise Salz, Mark einer halben Vanilleschote, Schale einer halben Zitrone |
- Mehl, Zucker, Salz und Aromen mischen. Kalte Butter in Stücken, Ei und Milch dazugeben.
- Rasch mit den Händen zu einem glatten Teig kneten, flach drücken, in Folie wickeln und mindestens eine Stunde kühlen.
- Ofen auf 175 °C Ober- und Unterhitze vorheizen (Umluft 160 °C). Teig portionsweise etwa vier Millimeter dick ausrollen und ausstechen.
- Auf Backpapier 9 bis 12 Minuten backen, bis die Ränder gerade hellgolden sind. Auf dem Blech kurz ruhen lassen, dann auf einem Gitter auskühlen.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt, beim Plätzchenbacken 190 °C Ober- und Unterhitze und 170 °C Umluft nicht zu überschreiten und lieber hell zu backen, weil sich dann weniger Acrylamid bildet. Deshalb sind die Temperaturen oben bewusst niedrig gewählt. Jeder Ofen backt etwas anders, schau beim ersten Blech nach acht Minuten nach.
Rezept 2: Hafer-Apfel-Taler
Weiche Taler mit Biss, die ohne viel Butter auskommen. Ergibt etwa 30 Stück.
- 150 g zarte Haferflocken
- 100 g Weizenvollkornmehl
- 60 g weiche Butter
- 50 g Zucker
- 1 Ei (Größe M)
- 120 g Apfelmark ohne Zuckerzusatz
- 1 TL Backpulver, ½ TL Ceylon-Zimt, 1 Prise Salz
- Butter und Zucker cremig rühren, Ei und Apfelmark unterrühren.
- Haferflocken, Mehl, Backpulver, Zimt und Salz mischen und unterheben. Teig zehn Minuten quellen lassen.
- Mit zwei Teelöffeln Häufchen auf das Backpapier setzen und etwas flach drücken.
- Bei 175 °C Ober- und Unterhitze 12 bis 15 Minuten backen, bis die Unterseite leicht gebräunt ist.
Zum Vergleich haben wir ein übliches Haferplätzchen-Grundrezept mit 125 g Butter, 100 g Zucker und Weißmehl gerechnet, ohne Apfelmark.
Wie viel Zucker und wie viele Kalorien sparst du?
Die Werte sind eine Schätzung. Wir haben die Zutatenmengen mit den Nährwerten aus der gemeinfreien Datenbank FoodData Central des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA, Datensatz SR Legacy) multipliziert und durch die Stückzahl geteilt. Echte Plätzchen schwanken mit Größe, Dicke und Zutaten, die Zahlen sind daher eine Orientierung, keine Nährwertangabe.
| Rezept | Zucker gesamt | kcal je Stück (geschätzt) |
|---|---|---|
| Butterplätzchen, Grundrezept | etwa 101 g | etwa 50 |
| Butterplätzchen, leichter gebacken | etwa 68 g (rund 33 % weniger Zucker als das Grundrezept) | etwa 40 |
| Haferplätzchen, Grundrezept | etwa 102 g | etwa 75 |
| Hafer-Apfel-Taler, leichter gebacken | etwa 64 g, Zucker aus dem Apfelmark mitgerechnet (rund 37 % weniger Zucker als das Grundrezept) | etwa 55 |
Für die Rechnung haben wir je 100 Gramm angesetzt: Weizenmehl 364 kcal, Vollkornmehl 332 kcal, Butter 717 kcal, Zucker 387 kcal, Ei 143 kcal, Haferflocken 379 kcal, Apfelmark 42 kcal, fettarme Milch 42 kcal. Ein Ei Größe M haben wir mit 55 Gramm ohne Schale gerechnet.
Leichtere Plätzchen für Kinder
Kinder backen gern mit und naschen gern vom Teig. Das BfR rät ausdrücklich davon ab, rohen Keksteig zu essen, und kleine Kinder sollten ganz darauf verzichten, weil im Mehl Keime stecken können, die erst beim Backen absterben. Gebacken sind die Plätzchen unbedenklich. Wie ihr den Backtag mit Kindern gut plant, steht in Plätzchen backen mit Kindern. Für Familien, in denen jemand kein Gluten verträgt, gibt es eigene Rezepte unter glutenfreie Weihnachtsplätzchen.
Wenn die Plätzchen ohnehin nicht die Hauptrolle im Advent spielen sollen, helfen Türchen ohne Naschzeug. Ideen dafür findest du in Adventskalender ohne Süßigkeiten, und wer lieber Rätsel statt Schokolade hinter die Türchen packt, nimmt den Adventskalender zum Ausdrucken mit 24 Aufgaben.
Häufige Fragen
Kann ich den Zucker in jedem Plätzchenrezept halbieren?
Nicht in jedem. Bei Mürbeteig und Haferteig geht ein Drittel bis die Hälfte gut. Bei Makronen, Baiser und Zimtsternen trägt der Zucker die Eiweißmasse, dort wird das Gebäck mit viel weniger Zucker flach oder klebrig.
Sind Plätzchen mit Honig leichter als mit Zucker?
Nein. Honig besteht zum größten Teil aus Zucker und bringt je Gramm ähnlich viel Energie mit. Er verändert vor allem den Geschmack und macht Gebäck weicher.
Wie werden Plätzchen mit weniger Zucker trotzdem lecker?
Mit Aromen: Vanille, Zitronen- oder Orangenschale, Zimt und eine Prise Salz. Dazu hell backen, denn stark gebräunte Plätzchen schmecken schnell bitter, wenn die Süße fehlt.
Werden Plätzchen mit weniger Zucker schneller hart?
Mürbeteigplätzchen bleiben ähnlich mürbe. Taler mit Apfelmark sind weicher und sollten getrennt von knusprigen Sorten in einer gut schließenden Dose liegen.
Woher stammen die Kalorienangaben?
Aus unserer eigenen Rechnung mit den Nährwerten der USDA-Datenbank FoodData Central. Es sind Schätzungen je Stück, die je nach Größe und Zutaten abweichen.
Quellen
- Eier, Mehl, Zucker, Butter: Backzutaten einfach ersetzen (Verbraucherzentrale, Stand 27.10.2026)
- Acrylamid: Problematischer Stoff in Lebensmitteln (Verbraucherzentrale, Stand 03.03.2026)
- Escherichia coli in Mehl und Teig: Fragen und Antworten (Bundesinstitut für Risikobewertung, 15.01.2024)
- Fragen und Antworten zu Cumarin in Zimt (Bundesinstitut für Risikobewertung)
- FoodData Central, SR Legacy (U.S. Department of Agriculture, gemeinfrei)
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