Glutenfreie Weihnachtsplätzchen: Tipps und zwei Rezepte
Glutenfreie Weihnachtsplätzchen gelingen am leichtesten mit Rezepten, die von Natur aus ohne Mehl auskommen, etwa Zimtsterne, Kokos- oder Nussmakronen. Für Ausstecher und Kipferl nimmst du eine glutenfreie Mehlmischung, etwas mehr Flüssigkeit und ein Bindemittel. Wichtig ist eine saubere Backstube ohne normales Mehl und ohne Holzgeräte, die vorher mit Weizen in Kontakt waren.
Weihnachtsbacken ist für viele Familien mit Zöliakie der Moment, in dem sich glutenfrei am meisten nach Verzicht anfühlt. Muss es nicht. Ein Teil der Klassiker ist ohnehin glutenfrei, und für den Rest gibt es ein paar Regeln, mit denen auch Mürbeteig wieder klappt.
Diese Klassiker sind schon fast glutenfrei
Einige der beliebtesten Weihnachtsplätzchen kommen ohne Getreidemehl aus. Sie bestehen aus Eiweiß, Zucker und Nüssen, Mandeln oder Kokos. ÖKO-TEST nennt Zimtsterne als Beispiel, die von Natur aus glutenfrei sind, weil sie ohne Mehl gebacken werden. Dazu passen:
- Zimtsterne aus gemahlenen Mandeln oder Haselnüssen, Eiweiß, Puderzucker und Zimt
- Kokosmakronen aus Eiweiß, Zucker und Kokosraspeln
- Haselnuss- und Mandelmakronen
- Baisers, also Eiweiß und Zucker
Der Haken liegt in den Details. Prüfe die Zutatenliste von Backpulver, Vanillezucker, Kuvertüre, Streuseln und gemahlenen Nüssen. Fertige Backoblaten als Unterlage für Makronen nimmst du nur, wenn sie als glutenfrei gekennzeichnet sind. Sonst backst du die Makronen einfach direkt auf Backpapier.
Glutenfreier Teig: was anders ist
Gluten ist das Klebereiweiß, das Teig zusammenhält und elastisch macht. Ohne Gluten verhält sich Teig anders. ÖKO-TEST fasst die wichtigsten Punkte zusammen, die auch eine Ernährungsexpertin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung dort nennt:
- Nicht eins zu eins tauschen: Glutenfreie und glutenhaltige Mehle lassen sich nicht einfach austauschen. Oft ist eine Mischung verschiedener Mehle sinnvoll, oder du nimmst eine fertige glutenfreie Mehlmischung.
- Mehr Flüssigkeit: Glutenfreies Gebäck wird schnell trocken und brüchig. Der Teig braucht meist etwas mehr Flüssigkeit.
- Bindemittel: Johannisbrotkernmehl, Guarkernmehl, Speisestärke, Leinsamen, Eier und Quark helfen, den Teig zusammenzuhalten.
- Ober- und Unterhitze: Umluft trocknet Plätzchen schneller aus. Wenn möglich mit Ober- und Unterhitze backen und die Plätzchen im Blick behalten.
Die Elterninformation der Kinderklinik Garmisch-Partenkirchen nennt für Guarkernmehl als Richtwert einen gestrichenen Teelöffel pro Kilogramm Mehl und weist darauf hin, dass Hirsemehl viel Flüssigkeit aufsaugt.
Mehle, die infrage kommen
Die ärztliche Leitlinie zur Zöliakie nennt als erlaubt unter anderem Reis, Mais, Hirse, Buchweizen, Amaranth, Quinoa, Kartoffelmehl und Kartoffelstärke, Kastanie, Kichererbsen, Kokosmehl, Nussmehle und Tapioka, jeweils ohne Verunreinigung. Genau diese Verunreinigung ist bei Mehlen das Problem. Die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft empfiehlt deshalb, Mehle und Stärken nur zu kaufen, wenn sie als glutenfrei gekennzeichnet sind.
| Mehl | Eigenschaft beim Backen |
|---|---|
| Glutenfreie Mehlmischung | für viele Rezepte die einfachste Wahl, Packungshinweise beachten |
| Gemahlene Mandeln oder Haselnüsse | saftig, gibt Geschmack, ideal für Kipferl und Makronen |
| Reismehl | neutral, meist in Mischungen |
| Hirsemehl | saugt viel Flüssigkeit, in Mischungen verwenden |
| Buchweizenmehl | kräftiger, nussiger Geschmack, gut für Lebkuchen-Aromen |
| Speisestärke aus Mais oder Kartoffeln | bindet, wird mit anderen Mehlen gemischt |
Zwei einfache Rezepte zum Einstieg
Kokosmakronen
Für etwa 30 Stück: 3 Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen, dabei nach und nach 150 g Zucker einrieseln lassen, bis die Masse glänzt. 200 g Kokosraspel vorsichtig unterheben. Mit zwei Teelöffeln kleine Häufchen auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen. Bei 150 Grad Ober- und Unterhitze etwa 15 bis 20 Minuten backen, bis die Spitzen leicht goldbraun sind.
Nusstaler mit glutenfreier Mehlmischung
Für etwa 2 Bleche: 200 g glutenfreie Mehlmischung, 100 g gemahlene Haselnüsse, 80 g Zucker, 1 Prise Salz, 150 g kalte Butter in Stücken und 1 Ei rasch zu einem Teig verkneten. Ist er zu bröselig, einen Esslöffel Milch dazugeben. Eine Stunde kühlen, zwischen zwei Lagen Backpapier ausrollen und ausstechen. Bei 175 Grad Ober- und Unterhitze etwa 10 bis 12 Minuten backen.
Das Ausrollen zwischen Backpapier verhindert, dass der Teig an der Arbeitsfläche klebt, und du brauchst kein Mehl zum Bestäuben.
Die Backstube glutenfrei halten
Wenn sonst im Haushalt mit Weizen gebacken wird, ist der Mehlstaub die größte Gefahr. Diese Regeln aus der Elterninformation der Kinderklinik und aus dem ÖKO-TEST-Ratgeber helfen:
- Glutenfreie Plätzchen zuerst backen, bevor überhaupt normales Mehl auf den Tisch kommt.
- Arbeitsfläche, Schüsseln und Rührstäbe gründlich reinigen.
- Bleche und Formen mit Backpapier auslegen.
- Holzlöffel, Holzbretter und Wellhölzer aus Holz nur für Glutenfreies benutzen, weil sie sich schwer vollständig reinigen lassen.
- Fertige glutenfreie Plätzchen getrennt und gut verschlossen aufbewahren und die Dose beschriften.
Plätzchen als Geschenk
Selbst gebackene glutenfreie Plätzchen sind ein schönes Mitbringsel für Familien mit Zöliakie, wenn du sauber gearbeitet hast. Leg die Liste der Zutaten dazu, damit die Beschenkten nicht raten müssen. Wer zusätzlich etwas mit Augenzwinkern verschenken möchte, findet bei uns Tassen und Shirts mit Sprüchen rund ums glutenfreie Leben.
Mehr zur sicheren Küche steht in Verstecktes Gluten erkennen, und wenn die Plätzchen für eine Kita-Weihnachtsfeier gedacht sind, lies auch Zöliakie in Kita und Schule.
Häufige Fragen
Welche Weihnachtsplätzchen sind von Natur aus glutenfrei?
Zimtsterne, Kokosmakronen, Nuss- und Mandelmakronen und Baisers kommen ohne Getreidemehl aus. Prüfe trotzdem Backpulver, Vanillezucker, Kuvertüre und Backoblaten auf der Zutatenliste.
Kann ich in meinem Lieblingsrezept einfach glutenfreies Mehl nehmen?
Meist nicht eins zu eins. Glutenfreie Teige brauchen oft mehr Flüssigkeit und ein Bindemittel wie Johannisbrotkernmehl, Guarkernmehl oder Speisestärke. Rezepte, die für glutenfreies Mehl geschrieben sind, gelingen sicherer.
Warum zerbröseln glutenfreie Plätzchen?
Ohne Gluten fehlt das Klebereiweiß, das den Teig zusammenhält. Etwas mehr Flüssigkeit, ein Bindemittel und Kühlen des Teigs helfen.
Darf ich im selben Ofen glutenfreie und normale Plätzchen backen?
Ja, mit Backpapier und nicht gleichzeitig. Am sichersten ist es, die glutenfreien Plätzchen zuerst zu backen, bevor Mehlstaub in der Küche ist.
Quellen
- Glutenfreie und vegane Plätzchen backen (ÖKO-TEST, 26.11.2025)
- Zöliakie: Information für Eltern (Klinikum Garmisch-Partenkirchen, Kinder- und Jugendmedizin)
- Aktualisierte S2k-Leitlinie Zöliakie, Update Dezember 2021 (DGVS u. a.)
- Zöliakie: Patienteninformation (DEBInet, Institut für Ernährungsinformation)
- Zöliakie im Kindergarten (Deutsche Zöliakie-Gesellschaft, Stand 2025)
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