Zocker-Urlaub: So beantragst du ihn, ohne dass es peinlich wird
Du willst Urlaub, weil du in Ruhe spielen möchtest? Dann beantrage ihn wie jeden anderen Urlaub auch: rechtzeitig, schriftlich oder so, wie es in deinem Betrieb üblich ist, und ohne lange Erklärung. Das Bundesurlaubsgesetz stellt auf deinen Urlaubswunsch und die Belange des Betriebs ab. Einen Urlaubsgrund nennt der einschlägige Paragraf nicht.
Das hier ist allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Bei einem echten Streit helfen Betriebsrat, Gewerkschaft oder eine Fachanwältin für Arbeitsrecht.
Was das Gesetz sagt
Drei Stellen im Gesetz reichen für den Alltag.
| Vorschrift | Inhalt in einem Satz |
|---|---|
| § 3 BUrlG | Der gesetzliche Mindesturlaub beträgt 24 Werktage im Jahr. Als Werktage zählen alle Tage, die weder Sonn- noch Feiertag sind, also auch der Samstag. |
| § 4 BUrlG | Den vollen Anspruch erwirbst du erstmals, wenn dein Arbeitsverhältnis ein halbes Jahr besteht. |
| § 7 BUrlG | Deine Urlaubswünsche sind zu berücksichtigen, außer es stehen dringende betriebliche Belange oder sozial vorrangige Wünsche anderer entgegen. |
Was für dich konkret gilt, steht in deinem Arbeits- oder Tarifvertrag und in Regeln deines Betriebs. Dort findest du auch, wie viele Tage du hast und bis wann du sie nehmen musst.
Muss ich sagen, wofür ich Urlaub nehme?
In § 7 Abs. 1 BUrlG steht, wann ein Wunsch zurücktreten muss. Es geht dort um den Betrieb und um andere Beschäftigte. Der Zweck deines Urlaubs kommt als Maßstab nicht vor. Du kannst also schlicht den Zeitraum nennen.
Ein Satz genügt meistens:
Ich möchte vom 3. bis 14. März Urlaub nehmen. Passt das für die Planung?
Wenn jemand doch nachfragt, reicht „Ich habe privat etwas vor“. Das stimmt, klingt nach nichts Besonderem und beendet das Gespräch in der Regel schneller als jede Geschichte. Eine erfundene Reise musst du dir dann auch nicht merken.
So wird es nicht peinlich
Peinlich wird Urlaub selten durch den Grund, eher durch den Ablauf. Mit diesen Schritten bleibt er unauffällig:
- Früh fragen. Je früher dein Wunsch auf dem Tisch liegt, desto leichter lässt er sich einplanen.
- Kollegen mitdenken. Wer Vertretung, offene Aufgaben und Übergabe gleich mitbringt, macht es allen leichter.
- Zusage abwarten. Plane erst fest, wenn der Urlaub genehmigt ist.
- Abwesenheit sauber einstellen. Automatische Antwort, Kalender, Übergabenotiz. Dort reicht „Ich bin bis zum 14. März nicht im Haus“.
- Nicht beim Kaffee ausplaudern. Niemand muss wissen, wie du deine freie Zeit verbringst. Wer es gern erzählt, darf es natürlich trotzdem.
Was du lieber lässt
Dir selbst freigeben. Wer abgelehnten Urlaub einfach antritt, setzt sein Arbeitsverhältnis aufs Spiel. In einem Fall vor dem Landesarbeitsgericht Düsseldorf hatte eine Beschäftigte ihren Urlaub gegen den Willen des Arbeitgebers eigenmächtig um eine Woche verlängert. Das Gericht sah darin einen Kündigungsgrund, eine Abmahnung sei nicht nötig gewesen; am Ende einigten sich die Parteien. Jeder Fall liegt anders, das Risiko ist aber real.
Dich krankmelden, obwohl du gesund bist. Die Krankmeldung ist für Krankheit da. Das Entgeltfortzahlungsgesetz regelt, dass du eine Arbeitsunfähigkeit und ihre voraussichtliche Dauer unverzüglich melden und sie bei mehr als drei Kalendertagen ärztlich feststellen lassen musst. Mit einem langen Spieleabend hat das nichts zu tun. Wenn du wirklich krank bist, gehört die Zeit der Genesung, nicht dem Sofa mit Spielplan.
Eine erfundene Ausrede. Ausgedachte Trauerfälle und Hochzeiten fliegen auf, und dann redet der ganze Flur erst recht über deinen Urlaub.
Wenn der Wunsch abgelehnt wird
Das Gesetz erlaubt die Ablehnung bei dringenden betrieblichen Belangen oder wenn Wünsche anderer Beschäftigter aus sozialen Gründen Vorrang haben. Frag sachlich, woran es liegt, und ob ein anderer Zeitraum geht. Oft reicht es schon, ein paar Tage zu verschieben. Kommt ihr nicht zusammen, kann der Betriebsrat helfen, falls es einen gibt. Du trittst den Urlaub aber nicht einfach an.
Und zu Hause?
Im Betrieb geht dein Urlaubsgrund niemanden etwas an. Zu Hause sieht das anders aus. Sag früh, wann du Zeit brauchst und wann du wieder ansprechbar bist. Wer gemeinsam plant, muss sich später nichts anhören. Mit einem Augenzwinkern geht das auch: Unter Bin dann mal weg findest du einen Urlaubsantrag zum Aufhängen und Sprüche für die Wohnzimmertür. Der ersetzt keinen echten Antrag, sorgt aber für gute Laune. Wie du den Abend selbst planst, steht in Release-Abend vorbereiten.
Häufige Fragen
Muss ich meinem Arbeitgeber sagen, dass ich zocken will?
§ 7 BUrlG knüpft an deinen Wunsch und die betrieblichen Belange an, nicht an den Zweck. Es genügt in der Regel, den Zeitraum zu nennen. Für deinen Einzelfall kann eine Fachstelle mehr sagen.
Wie lange vorher muss ich Urlaub beantragen?
Eine feste Frist steht in den hier genannten Vorschriften nicht. Viele Betriebe haben eigene Regeln, die in Vertrag, Betriebsvereinbarung oder Intranet stehen. Je früher, desto besser.
Darf ich Urlaub nehmen, wenn ich gerade erst angefangen habe?
Den vollen Anspruch gibt es laut § 4 BUrlG erstmals, wenn das Arbeitsverhältnis ein halbes Jahr besteht. Davor kann ein Teilanspruch bestehen. Sprich früh mit deinem Betrieb.
Kann ich einfach gehen, wenn die Antwort ausbleibt?
Besser nicht. Warte auf eine klare Zusage und frag nach. Wer sich selbst beurlaubt, riskiert im schlimmsten Fall die Kündigung.
Quellen
- § 7 Bundesurlaubsgesetz: Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs, buzer.de (Gesetzestext)
- § 3 Bundesurlaubsgesetz: Dauer des Urlaubs, dejure.org (Gesetzestext)
- § 4 Bundesurlaubsgesetz: Wartezeit, dejure.org (Gesetzestext)
- § 5 Entgeltfortzahlungsgesetz: Anzeige- und Nachweispflichten, dejure.org (Gesetzestext)
- Rechtmäßige Kündigung nach Spontanurlaub (LAG Düsseldorf, 8 Sa 87/18), Haufe Personal
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