Prompt schreiben: Anleitung mit Beispielen und Vorlage
Einen guten Prompt schreibst du, indem du der KI sagst, wer sie sein soll, was herauskommen soll, was sie dafür wissen muss und wie das Ergebnis aussehen soll. Ein Beispiel als Muster macht es noch besser. Mit diesen fünf Bausteinen wird aus „Schreib mal eine Absage“ eine Anweisung, deren Antwort du direkt verwenden kannst.
„Prompt“ ist Englisch und heißt so viel wie Aufforderung. Gemeint ist der Text, den du in das Eingabefeld eines KI-Chats tippst. Diese Anleitung zeigt dir den Aufbau, viele Vorher-nachher-Beispiele aus dem Alltag und eine Vorlage zum Kopieren. Wofür sich ein KI-Chat überhaupt eignet, liest du in unserem Überblick KI im Alltag nutzen.
Warum der Prompt so viel ausmacht
Das BSI formuliert es knapp: Je besser deine Eingabe, desto besser die Ausgabe. Ein KI-Chat kennt dich nicht. Er weiß nicht, ob du einen förmlichen Brief brauchst oder eine kurze Nachricht an eine Freundin, wenn du es ihm nicht sagst. Fehlt diese Information, füllt er die Lücke mit dem Allgemeinsten, was ihm einfällt. Heraus kommt dann ein Text, der zu niemandem passt.
Stell dir einen neuen Kollegen am ersten Tag vor. Er ist schnell und schreibt gut, aber er hat keine Ahnung von deiner Situation. Alles, was du ihm erklären würdest, gehört auch in den Prompt.
Der Aufbau: fünf Bausteine
| Baustein | Frage dahinter | Beispiel |
|---|---|---|
| Rolle | Wer soll die KI sein? | „Du bist eine erfahrene Sekretärin, die klare Geschäftsbriefe schreibt.“ |
| Ziel | Was genau soll herauskommen? | „Schreibe eine Kündigung für meine Zeitung.“ |
| Kontext | Was muss die KI wissen? | „Ich ziehe ins Pflegeheim und lese die Zeitung dort im Gemeinschaftsraum.“ |
| Format | Wie soll das Ergebnis aussehen? | „Höchstens zehn Zeilen, Sie-Form, sachlich, mit Betreffzeile.“ |
| Beispiel | Gibt es ein Muster? | „So klingen meine Briefe sonst: …“ |
Du brauchst nicht immer alle fünf. Für eine schnelle Frage reichen Ziel und Kontext. Je wichtiger dir das Ergebnis ist, desto mehr Bausteine lohnen sich. Das Data Competence Center des Kantons Basel-Stadt, das ein öffentliches Merkblatt zum Prompten herausgibt, betont ausdrücklich: Es gibt keine allgemeingültige Formel. Solche Baupläne sind ein Vorschlag, den du nach Bedarf kürzt oder ergänzt.
Vorher und nachher: fünf Beispiele aus dem Alltag
Eine Nachricht an die Hausverwaltung
Vorher: „Schreib eine Mail wegen Heizung.“
Nachher:
„Schreibe eine höfliche, aber bestimmte E-Mail an meine Hausverwaltung. Die Heizung in meiner Wohnung wird seit fünf Tagen nicht richtig warm, im Wohnzimmer sind es abends nur 17 Grad. Ich habe die Heizkörper schon entlüftet. Ich bitte um einen Termin mit einem Handwerker in dieser Woche. Höchstens sechs Sätze, Sie-Form.“
Der zweite Prompt enthält Ziel, Kontext und Format. Die KI muss nichts mehr raten.
Ein Begriff aus einem Schreiben
Vorher: „Was ist ein Umlageschlüssel?“
Nachher:
„In meiner Nebenkostenabrechnung steht das Wort ‚Umlageschlüssel‘. Erkläre mir in drei kurzen Sätzen und ohne Fachwörter, was das bedeutet. Gib mir danach ein Rechenbeispiel mit ausgedachten Zahlen.“
Das ausgedachte Rechenbeispiel ist ein guter Trick: Du lernst das Prinzip, ohne deine echten Zahlen preiszugeben. Ob deine Abrechnung stimmt, klärst du im Zweifel beim Mieterverein oder bei der Verbraucherzentrale.
Eine kleine Rede
Vorher: „Rede für Geburtstag.“
Nachher:
„Du hilfst mir, eine kurze Rede zu schreiben. Mein Bruder wird 80. Er war Schreiner, liebt seinen Garten und erzählt gern, wie er 1968 mit dem Fahrrad an den Gardasee gefahren ist. Die Rede soll zwei Minuten dauern, warmherzig und ein bisschen witzig sein, aber nicht peinlich. Ich spreche ihn mit Du an.“
Hier liefern die Details die Wärme. Ohne sie wird jede Geburtstagsrede austauschbar. Ein Hinweis zur Länge: Das Merkblatt aus Basel weist darauf hin, dass eine KI keine exakte Zeichenzahl erzeugen kann. Angaben wie „zwei Minuten“ oder „etwa 200 Wörter“ sind deshalb Richtwerte. Prüf die Länge am Ende selbst, am besten durch lautes Vorlesen.
Ein Wochenplan
Vorher: „Essensplan.“
Nachher:
„Erstelle einen Essensplan für Montag bis Freitag für zwei Personen. Wir essen gern Hausmannskost, mögen keinen Fisch und wollen höchstens 40 Minuten kochen. Gib den Plan als Tabelle aus und darunter eine Einkaufsliste, sortiert nach Gemüse, Kühlregal und Vorrat.“
Das Format „Tabelle plus sortierte Liste“ spart dir später das Abschreiben.
Mit Muster arbeiten
Manchmal ist ein Beispiel leichter als jede Beschreibung. Fachleute nennen das „Few-Shot-Prompting“: Du gibst ein oder mehrere Beispiele, und die KI übernimmt Stil und Aufbau.
„So schreibe ich normalerweise in unsere Nachbarschaftsgruppe: ‚Liebe Nachbarn, am Samstag ist wieder Flohmarkt im Hof. Wer Tische braucht, klingelt bei mir. Viele Grüße aus dem Erdgeschoss.‘ Schreibe im gleichen Ton eine Nachricht: Am Sonntag um 15 Uhr gibt es Kaffee und Kuchen zum Abschied von Frau Meier, die wegzieht.“
Achtung: Der Name im Beispiel ist ausgedacht. Echte Namen von anderen Menschen lässt du im Prompt am besten weg und ergänzt sie erst im fertigen Text.
Große Aufgaben in Schritte teilen
Für umfangreiche Aufgaben empfiehlt das Basler Merkblatt, sie in kleinere Schritte zu zerlegen und die Prompts nacheinander einzugeben. Das Ergebnis des ersten Schritts ist die Grundlage für den zweiten. Ein Beispiel für eine Familienfeier:
- „Sammle zehn Ideen für ein Programm bei einem Familientreffen mit 25 Personen zwischen 3 und 85 Jahren.“
- „Nimm die Ideen 2, 5 und 7 und mach daraus einen Ablaufplan für einen Nachmittag von 14 bis 18 Uhr.“
- „Schreibe zu diesem Plan eine kurze Einladung für die Familiengruppe.“
So behältst du die Kontrolle und kannst nach jedem Schritt eingreifen. Bei kniffligen Fragen hilft außerdem der Zusatz „Erkläre jeden Schritt“. Laut Merkblatt verbessert das vor allem die Genauigkeit bei logischen und mathematischen Aufgaben. Nachrechnen solltest du trotzdem.
Die KI zuerst fragen lassen
Wenn du selbst noch nicht genau weißt, was du brauchst, dreh den Spieß um. Schreib ans Ende deines Prompts:
„Bevor du antwortest: Stell mir bis zu fünf Fragen, damit dein Vorschlag wirklich zu mir passt.“
Die KI fragt dann nach Anlass, Budget oder Ton. Du antwortest, und erst danach entsteht der Text. Das spart oft mehrere Runden Nachbessern.
Nachbessern statt neu anfangen
Die erste Antwort ist selten die beste. Das ist normal. Du musst nicht von vorn beginnen, sondern schreibst im selben Gespräch weiter. Das BSI rät ebenfalls, verschiedene Eingaben und andere Wörter auszuprobieren. Bewährte Sätze zum Nachbessern:
- „Kürzer, bitte. Höchstens die Hälfte.“
- „Weniger förmlich, eher so, wie man mit Nachbarn spricht.“
- „Der zweite Absatz passt nicht, lass ihn weg.“
- „Schreib das als Liste mit Stichpunkten.“
- „Welche Stellen in deiner Antwort sind unsicher?“
Die letzte Frage ist besonders nützlich bei Sachthemen. Sie ersetzt keine Prüfung, zeigt dir aber, wo du genauer hinschauen solltest.
Prompts für Bilder
Viele KI-Programme erzeugen auch Bilder aus einer Textbeschreibung. Dafür gelten dieselben Grundideen, nur die Bausteine heißen anders:
| Baustein | Beispiel |
|---|---|
| Motiv | „ein alter Apfelbaum mit roten Äpfeln“ |
| Umgebung | „in einem Bauerngarten mit Holzzaun“ |
| Stil | „als Aquarell, weiche Farben“ |
| Licht und Stimmung | „Herbstnachmittag, warmes Licht“ |
| Format | „quer, als Motiv für eine Einladungskarte“ |
Lade für Bild-Prompts keine Fotos von echten Menschen hoch, schon gar nicht von Kindern, und stelle keine echten Personen in erfundene Szenen. Mehr dazu im Artikel Was darf ich in einen KI-Chat eingeben?
Was nicht in einen Prompt gehört
Ein guter Prompt ist ausführlich, aber nicht persönlich. Das BSI rät, so wenig sensible Daten wie möglich mit einer KI-Anwendung zu teilen. Für Prompts heißt das: Rollen statt Namen („mein Vermieter“ statt des Namens), ungefähre statt genaue Angaben, keine Nummern von Konten, Verträgen oder Ausweisen. Die KI braucht diese Daten fast nie, um dir zu helfen.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
| Fehler | Besser |
|---|---|
| Ein Wort als Frage: „Rente?“ | Ganze Frage mit deiner Situation, ohne persönliche Nummern |
| Kein Empfänger genannt | Sagen, für wen der Text ist |
| Keine Länge, kein Ton | „Höchstens fünf Sätze, freundlich, Du-Form“ |
| Fünf Aufgaben in einem Prompt | In Schritte teilen |
| Erste Antwort übernehmen | Nachbessern und Fakten prüfen |
| Nur sagen, was man will | Auch sagen, was nicht vorkommen soll: „ohne Fachwörter“, „kein Fisch“ |
| Aktuelles erfragen, ohne es zu sagen | Ausdrücklich nach dem aktuellen Stand fragen und das Ergebnis prüfen |
Zum letzten Punkt rät auch die Verbraucherzentrale: Wer aktuelle Informationen braucht, sollte das konkret formulieren. Ob die Antwort wirklich aktuell ist, siehst du nur, wenn du sie mit einer verlässlichen Quelle vergleichst.
Vorlage zum Kopieren
„Du bist [ROLLE, z. B. eine geduldige Lehrerin].
Meine Aufgabe: [ZIEL, z. B. eine Absage für eine Einladung schreiben].
Das musst du wissen: [KONTEXT, z. B. für wen, worum es geht, was schon passiert ist].
So soll das Ergebnis aussehen: [FORMAT, z. B. Länge, Du oder Sie, Liste oder Fließtext].
Hier ein Beispiel, wie es klingen soll: [MUSTER, falls vorhanden].
Wenn dir etwas fehlt, frag mich zuerst.“
Wer solche Vorlagen gern fertig sortiert hat: Im Privatkurs KI im Alltag gibt es eine Lektion zu guten Anweisungen und eine Sammlung von Vorlagen für Briefe, Reisen, Haushalt und Familie, jeweils mit Kopieren-Knopf.
Häufige Fragen
Muss ich Prompts auf Englisch schreiben?
Nein. Du kannst ganz normal auf Deutsch schreiben. Wichtiger als die Sprache ist, dass du klar sagst, was du brauchst.
Wie lang sollte ein Prompt sein?
So lang wie nötig. Für eine schnelle Frage reicht ein Satz. Für einen Brief oder einen Plan sind drei bis sechs Sätze mit Ziel, Kontext und Format meist ideal. Wichtiger als die Länge ist, dass die KI nichts raten muss.
Muss ich höflich zur KI sein?
Nötig ist es nicht, schaden tut es auch nicht. Entscheidend sind klare Angaben. Wenn dir „bitte“ und „danke“ leichter von der Hand gehen, schreib sie ruhig dazu.
Warum bekomme ich auf denselben Prompt unterschiedliche Antworten?
Laut BSI arbeiten viele KI-Modelle mit Zufallskomponenten. Selbst bei identischer Eingabe kann die Antwort deshalb jedes Mal anders ausfallen. Wenn dir eine Version besser gefällt, sag der KI, was dir daran gefällt, und lass sie in diese Richtung weiterarbeiten.
Gibt es die eine perfekte Prompt-Formel?
Nein. Auch das Merkblatt aus Basel nennt seine Formel ausdrücklich einen Vorschlag und rät, auszuprobieren und den eigenen Stil zu finden. Die fünf Bausteine sind ein guter Startpunkt, kein Gesetz.
Quellen
- Künstliche Intelligenz sicher nutzen (Wegweiser für den digitalen Alltag), Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
- Merkblatt für das Erstellen von Prompts, Kanton Basel-Stadt, Data Competence Center am Statistischen Amt
- Texte & Co. mit Künstlicher Intelligenz erstellen – Generative KI und ihre Risiken, Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
- Chat-Bots – Reden mit dem Computer, Verbraucherzentrale
- Generative KI-Modelle – Chancen und Risiken für Industrie und Behörden (Version 2.0), Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
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